Aufwärts

nach dem schiffbruch klammern sich die meisten an die trümmer
und sie kämpfen um das letzte rettungsboot

doch ich schwimm hinaus aufs offne meer, das wasser trägt
wenn man ihm traut, ich habe keine angst vorm tod
denn ich spür was kommen, etwas schönes etwas neues
und da ist ein streifen licht am horizont
ich bin voller zuversicht, ich bin in aufbruchsstimmung
und ich spür genau, daß sich zu leben lohnt
nein, es gibt keinrechts, es gibt kein links, es gibt
nur ein geradeaus, ich nehme, was ich kriegen kann
ja, ich nehm’s wie’s kommt, ich leb mich aus, ich brauch kein haus
und wo was altes aufhört, fängt was neues an
es geht aufwärts

es kommt nichts von außen, wenn es nicht von innen kommt
und nichts von oben, was es nicht schon unten gibt
ja, ich bin ein außenseiter, aber meine innenseite ist empfindlich
und sie lebt und liebt
werft die händler aus den tempeln eurer köpfe, hört nicht mehr
auf ihr geschwätz, traut liebe reurem bauch
ich bin auf der suche nach den unfaßbaren abenteuern

weil ichdas, was faßbar ist, nicht brauch
es gibt nur noch gegenwart und diesseits und die weite meiner seele

und das ist mir schon genug
denn die zukunft und das paradies im jenseits sind sehr ungewiß

und dienen nur zu selbstbetrug
es geht aufwärts

und ab heute wird nur noch gelacht und jeder, der sich wichtig macht,
kann mich von vornherein einmal

denn die besten sprüche hier im land stehn alle an der wand
gemalt, geschmiert von hand, doch ohne zahl

ich lauf durch die straßen, bin nicht müde, kann nicht schlafen
ich hab hunger in der stille dieser nacht

ich brauch nichts zu essen, fremde betten, zigaretten
nur die lust auf einen morgen, der erwacht!