Gaudenzdorfer Gürtel 47

Am Gürt’l staut si‘ da Berufsverkehr
i hör a Straßenbahn von weit weit her
i steh beim Fenster und bin 14 Jahr‘
und hättert so gern lange Haar‘
die Sunn geht unter hinter’m Nachbarhaus
mei‘ Vater rechent si‘ sei‘ Taschengeld aus
mei‘ Mutter kummt grad von da Arbeit ham
und i verlier‘ mi‘ in an Tram

Aber na, i bin ned traurig
bin nur a bissl stüh
und i tät so gern was machen

nur i waß ned was i wüh
aber trotzdem gspür‘ i deutlich:

es fangt grad was Neues an
des g’hört mir, a wann i’s ned begreifen kann

Der Himmel dehnt si so unendlich weit
der Sommer spinnt a Netz aus leerer Zeit
i les‘ a Buach, des i no ned versteh
und irgendwia tuat alles weh
i hab a Radl, des is no aus’n Kriag
und wann i damit durch die Gass’n fliag
bin i so frei wia a verirrte Taub’n
und möcht an alles Guade glaub’n

Aber na, i bin ned einsam
i bin nur a Einzelkind
und i fahr mit mir gemeinsam um die Wett‘

geg’n Reg’n und Wind
aber trotzdem waß i sicher:

es fangt grad was Neues an
des g’hört mir, a wann i’s ned begreifen kann

Aber na, i bin ned ängstlich,

weu i hab a Grundvertrau’n
dass wem gibt, der’s mit mir guad mant
und der wird scho auf mi‘ schau’n
und tiaf drinnen bin i sicher
es fangt grad was Neues an
des g’hört mir, a wann i’s ned begreifen kann …